IKGS-Jubiläumstagung
Die Zukunft von Gestern
Visionen, Konzepte, Szenarien und deutschsprachige Gemeinschaften in Mittel- und Südosteuropa
Die Tagung nimmt historische Zukunftsprojektionen deutschsprachiger Gemeinschaften im Beziehungsraum Mittel- und Südosteuropas epochenübergreifend und interdisziplinär in den Blick. Visionen, Konzepte und Szenarien werden als historische Quellen verstanden, die Aufschluss über politische Positionierungen, kulturelle Selbstverortungen, Akteure, Netzwerke und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse geben. Ziel ist es, alternative Zukunftsprojektionen der Vergangenheit zu analysieren und ihre Bedeutung für das Verständnis der Gegenwart zu reflektieren.
Veranstalter: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München in Zusammenarbeit mit dem Historischen Kolleg, München
Datum: 22. und 23. Oktober 2026
Ort: Historisches Kolleg, München (Karte)
Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch
Donnerstag, 22. Oktober 2026
09:15 Uhr
Begrüßung
9:30 Uhr
Konzepte der Erneuerung und Modernisierung
Moderation:Ágnes Tóth, ELTE Forschungsinstitut für Sozialwissenschaften, Budapest
Orsolya Tamássy-Lenart, Andrássy-Universität Budapest
Gab es in den 1840er-Jahren eine deutsche Bewegung im Königreich Ungarn? Zur Tätigkeit von Gottfried Tobias Schröer, Leopold Petz und Eduard Glatz
Konrad Gündisch, IKGS München
Carl Wolff als Modernisierer der siebenbürgisch-sächsischen Wirtschaft und Gesellschaft
Zsolt Vitári, Universität Pécs/Fünfkirchen
Zukunftsvisionen. Handlungsmuster und Selbstverständnis unter den Deutschen in Ungarn in der Zwischenkriegszeit und im Zweiten Weltkrieg. Richtungen, Generationen und Praktiken
Kommentar: Gerald Volkmer, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg
11–11:30 Uhr: Kaffeepause
11:30 Uhr
Konfessionelle Identitäten
Moderation: Heidi Hein-Kircher, Martin-Opitz-Bibliothek, Herne/Ruhr-Universität Bochum
Isabel Röskau-Rydel, Universität der Kommission für Nationale Bildung in Kraków/Krakau
Die Überwindung konfessioneller Trennung und neue Konzeptionen des Zusammenwirkens der Deutschen in Galizien Anfang des 20. Jahrhunderts
Marko Galić, Institut für Balkan-Studien der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Beograd/Belgrad
Current State of the Ethnic German Religious Heritage in Bosnia and Herzegovina and Possible Suggestions for Future Research
Kommentar: Katrin Boeckh, Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Regensburg
12:30–14 Uhr: Mittagspause
14 Uhr
Mitteleuropa-Visionen
Moderation: Kurt Scharr, Universität Innsbruck
Gabriel Godeffroy, Collegium Carolinum, Außenstelle Prag
Deutschsprachige Akteure und paneuropäische Zukunftsvisionen in der Tschechoslowakei (1920er–1930er-Jahre)
Manuel Lautenbacher, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Sozialdemokratische Zukunftsvisionen in Großrumänien. Autonomiekonzeption und Plurinationalität
Hedvig Újvári, Katholische Péter-Pázmány-Universität Budapest
Krisendiagnosen und Verständigungsutopien. Max Nordau und Ignaz Goldziher als Produzenten konkurrierender Zukunftsentwürfe im deutschsprachigen Mitteleuropa
Kommentar: Mariana Hausleitner, Berlin
15:30–16 Uhr: Kaffeepause
16 Uhr
(Post)nationalsozialistische Konzepte
Moderation: Martin Zückert, Collegium Carolinum, München
Christophe Scheu, Technische Universität Dresden
Ein germanisches Osteuropa? Die Hegewald-Kolonie, ihre Bevölkerung und die Auswirkungen des „Generalplans Ost“
Florian Kührer-Wielach, IKGS München
Im Wartesaal Österreich. Zukunftsperspektiven in donauschwäbischen Diskursen nach dem Zweiten Weltkrieg
Kommentar: Dmytro Myeshkov, Nordost-Institut/Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa, Lüneburg
18 Uhr (nur mit persönlicher Einladung. Anmeldeschluss: 5. Oktober 2026)
Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas
„Fremd ist der Fremde nur zu Hause“
Terézia Mora und Karl-Markus Gauß im Gespräch mit Enikő Dácz
Freitag, 23. Oktober 2026
09:00 Uhr
Konzepte der ethnischen Selbstverortung
Moderation: Michaela Nowotnick, Humboldt-Universität zu Berlin
Réka Jakabházi, Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca/Klausenburg
„Heilige Barbaren“? Zukunftsprojektionen und kulturelle Selbstverortung in der rumäniendeutschen Zeitung Neue Literatur
Ivica Leovac, Universität Zadar
Reflektive Visionen. Ethnozentrische Vorstellungen und enttäuschte Erwartungen in Leben und Prosawerken der Donauschwaben aus dem ehemaligen Jugoslawien
Kommentar: Milka Car, Universität Zagreb/Agram
10:00 Uhr
Institutionelle Kontakte
Moderation: Irena Samide, Universität Ljubljana/Laibach
Raluca Cernahoschi, Bates College, Lewiston
Spannungsfeld Südkarpaten. Reflektierte Visionen des Siebenbürgischen Karpatenvereins am Ende des 20. Jahrhunderts
Viktória Muka, Andrássy-Universität Budapest
Schulen als Schnittstellen zwischen Heimatverlust und Remigration. Die Deutschen aus Ungarn und die ungarische Emigration vor und nach 1956
Kommentar: Cristian Cercel, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen
11–11:30 Uhr: Kaffeepause
11:30 Uhr
Transformationen
Moderation: Laura Laza, Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca/Klausenburg
Andreea Zamfira, Universität București/Bukarest
Living Eternal Nostalgia. Broadcast Futures and Imaginaries of Belonging among German-Speaking Communities in Romania
Cosmin Budeancă, Institut zur Erforschung der Verbrechen des Kommunismus und der Erinnerung an das rumänische Exil, Bukarest
„Now the Saxons are practically nonexistent“. The prospects of the German community in Romania after 1989 as seen by Romanians
Kommentar: Jana Stöxen, Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa, Freiburg im Breisgau
12:30 Uhr
Round Table: Aktuelle Zukunftsperspektiven
Moderation: Florian Kührer-Wielach, IKGS München
Andrei Corbea-Hoișie, Ioan-Alexandru-Cuza-Universität Iași/Jassy
Elisabeth Knipf-Komlósi, Eötvös-Loránd-Universität Budapest
Claudia Maria Riehl, Ludwig-Maximilians-Universität München
Thomas Șindilariu, Unterstaatssekretär im Departement für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Regierung Rumäniens
In Zusammenarbeit mit dem Historischen Kolleg